State of Mind | 2014 to now: Wie Krafttraining mich mental verändert hat

barbell

(find the English version below)

Vor rund 2.5 Jahren habe ich meinen ersten Krafttrainingsplan in die Hand gedrückt bekommen (like literally). Zwar war ich schon seit meiner frühen Kindheit immer im Leistungssport aktiv, doch reines Krafttraining – “Pumpen” – war komplettes Neuland für mich. Da die Jahre vor diesem besagten Tag vor allem von stundenlangen Cardio-Einheiten – in dem Irrglauben, dass ich meinem Körper damit etwas Gutes tue – geprägt waren, von meiner Erscheinung (aber auch mir als Person) dadurch leider nicht mehr viel übrig geblieben ist und sich die Warnzeichen meiner Ärzte häuften, habe ich tatsächlich mal einen Moment innegehalten und mich gefragt, ob ich tatsächlich so weitermachen kann und möchte. Und wenn ja: Wo bitte soll die Reise denn hingehen?

Das war der längst überfällige Moment, an dem ich entschieden habe, etwas zu verändern. Mich für mich, mein Glück, aber vor allem mein Leben zu entscheiden und die Erkenntnis, dass ich dies auf dem bis dahin verfolgten Weg nicht realisieren kann. Puh, das war geschafft. Für mich damals definitiv schon ein großer Schritt. Nur wusste ich, dass ich jemanden in meinen Plan einweihen muss, um mir Verbindlichkeit zu verschaffen und mich accountable zu halten. Nicht für andere, sondern für mich.

Schon immer gehörte Sport zu meinem Leben – zu mir. Doch habe ich diesen immer aus Liebe zur Bewegung gemacht. Als ehrgeiziger Mensch natürlich auch um besser zu werden, doch dies immer noch in einem gesunden Maß. Mit Leidenschaft und nicht, weil der Kasper im Kopf es mir befohlen hat. Nicht aus Pflicht, sondern aus Hingabe. Da wollte ich wieder hin. Und das bedeutete im ersten Schritt aus alten Mustern ausbrechen und etwas Neues ausprobieren.

Warum – I don’t even know -, aber ein paar Tage später war ich in meinem damaligen Fitnessstudio, und zwar nicht, um einen meiner lieben schweißtreibenden Ausdauer-Kurse zu besuchen, sondern um meinen ersten Schritt in die Welt des Krafttrainings zu setzen. And here I am, 2.5 Jahre später und in der Lage zu sagen, dass diese Entscheidung mein Leben so zum Positiven verändert hat, wie ich es mir nie hätte vorstellen oder erträumen können. Vor allem, weil ich das erste Mal in einer sehr langen Zeit behaupten kann, dass ich für und mit meinem Körper arbeite, und nicht gegen ihn (und das hier so aufschreiben zu können fühlt sich by the way nochmal mindestens DOPPELT so gut an).

Ich möchte meinen Weg zum Kraftsport deswegen zum Anlass nehmen und in diesem Post nicht die körperlichen, sondern vielmehr die positiven Auswirkungen auf meine Mentalität – meinen State of Mind – in den Fokus rücken. Solltet Ihr Euch in einer ähnlichen Situation wie ich damals befinden oder seid Ihr einfach so am Überlegen, mit dem Kraftsport anzufangen, können euch vielleicht diese Punkte, die ich selber erfahren durfte, in Eurer Entscheidung (das klingt so dramatisch – aber ihr wisst, was ich meine ;)) bestärken:

Krafttraining macht stark. Literally. Ja, ich liebe auch heute noch das Glücksgefühl nach einer 10km-Laufrunde, die Endorphine, die durch meinen Körper schießen. But: Das Gefühl einer neuen PR, auch nur einer Wiederholung mehr, wirklich jeder kleinsten Steigerung macht mich nicht nur glücklich, sondern auch stark. Ich fühle mich stark. Punkt. Körperlich, aber auch mental. Weil ich in diesem einen Moment alles andere ausblenden konnte und mich voller Konzentration der Übung gewidmet habe. 

Denn: “If it ain’t fragile, it can’t be broken.” Sowohl physisch als auch psychisch. 

Krafttraining macht stolz. Das schließt an den eben genannten Punkt an, denn Stärke  – egal auf welcher Ebene – macht Stolz. Durch Kraftsport war es mir überhaupt möglich, mich so zu fühlen. Vielleicht ist es nur ein kleiner Moment in Eurem Workout, aber jeder noch so kleine Moment bleibt hängen. Dabei geht es nicht darum, mit der Nase an der Decke rumzurennen und zu sagen, wie toll man denn ist, sondern viel mehr darum, diesen noch so kleinen moment of accomplishment zu feiern. Have a freaking party with your ego and be proud! 

Krafttraining macht selbstbewusst. I just said it: be proud! Denn ja, das ist ok (crazy, I know). Und das auch, wenn man mal kein gutes Training hatte. Auch, wenn das so easy peasy geliftete weight von letzter Woche sich auf einmal drei Mal so schwer anfühlt. Die Welt geht davon nicht unter, ihr seid deswegen kein schlechterer Mensch. Nehmt es zum Anlass, neue Kraft und Energie zu tanken und mit noch mehr Motivation ins nächste Training wiederzukommen. 

Ich kann selber kaum glauben, dass ich diese Begriffe – stark, stolz, selbstbewusst – in den Mund nehme, um mich zu beschreiben. Ich tue das trotz immer noch ganz ganz starker Selbstzweifel (die wir wahrscheinlich alle ab und an haben). Ich weiß durch das Training aber gleichzeitig, dass es einen Ort, einen time frame in meinem von noch so vielen Zweifeln geplagten Tag gibt, an dem ich mich so fühlen darf. Wo es ok ist, sich so zu fühlen. Ohne Scham oder schlechtes Gewissen. Und das ist gut so.

Das Leben ist zu kurz für regret und Zweifel und Überlegungen, was denn wohl gerade die Welt von einem denkt. Und wenn es etwas gibt, was sich richtig anfühlt, wo Ihr Ihr sein könnt, you might as well hold onto it. And BE PROUD OF IT.

Marie ♥

 


 

State of Mind | 2014 to now: How strength training changed my mentality 

About 2.5 years ago I received my very first strength training plan. Even though, I have always been super active and involved in competitive sports all through my childhood, pushing weights around – or the classic “bodybuilding” – was something new for me. Since the years leading up to that day were filled with hours of cardio (and seriously believing that I am doing my body a favor), my appearance but also me as a person hardly existed anymore. And since my doctor’s warning signals got louder and louder I eventually paused for a moment to ask myself, if I could and should keep going with this. And if so: where would this journey take me?

That was the long overdue moment in my life, where I decided to make a change. I chose me, my happiness, but most and foremost I chose my life and knew that I wouldn’t be able to become the person I wanted to be if I continued the path that I was going on. Ok, the first step was done. For me that was already a big step at that time. Yet, I knew that I’d have to share my plan with someone else, to hold myself accountable. Not for them, but for me.

Working out has always been a part of my life – of me. Yet, I have always done it for the pure joy to exercise. Yes, as an ambitious person, you also train to become better. Better than you were yesterday and probably also better than someone else. However, I have always been passionate about it, and did it because I wanted to, not because that clown in my head (#brainfuck) tells me to do so. I wanted THAT back. To do so, I had to break free from old patterns and try out something different and new.

Why – I don’t even know -, but a few days later I found myself in my gym. Not to attend one of my beloved cardio classes, but to make the first move into the world of strength training. And here I am 2.5 years later and able to say that that decision has changed my life in such a positive way, I would have never guessed or hoped. Most of all because for the very first time in many years I can say, that I am listening to my body and the person that lives in it (and to be honest, being able to write this down feels even better).

Therefore, I want to take my way into fitness and in particular into strength training and weightlifting as an occasion to talk about the often-neglected positive effects on the mentality – the state of mind. If you find yourself in a similar situation than I did 2.5 years ago or you might just be thinking about starting your fitness journey, this may help you with your decision and show what other positive effects (next to the physical changes) there are:

Strength training makes you feel strong. Literally. Yes, up to this day I’m still in love with running and the high I’m getting after a 10k morning run with all the endorphins rushing through my body. But: The feeling after hitting a new PR (personal record), after just one additional rep, after each tiny improvement makes me not only happy, but also strong. I’m feeling strong. Period. Physically, but also mentally, because – even if only for an instant – I was able to focus and forget about anything else that was on my mind.

That being said: “If it ain’t fragile, it can’t be broken.” Both physically and mentally.

Strength training makes you feel proud. This is in keeping with the above, since strength – regardless at what level – makes you feel proud. Weightlifting enabled me to feel that way. It might just be a tiny moment in your workout, but the feeling will stick with you. That doesn’t mean you should be running around with your nose in the air, but rather to just appreciate this tiny moment of accomplishment. Have a freaking party with your ego and be proud!

Strength training makes you feel confident. I just said it: be proud! Because yup, that’s ok (crazy, I know). Even, if your training wasn’t that great. Even, if the load that you lifted so easily last week, felt one hundred time heavier today. It’s not the end of the world and you don’t become a less worthy person. Use the occasion to regain new strength and energy and to return with even more motivation.

I still can’t believe that I am using these words – strong, proud, confident – to describe myself. And yet, I am doing this despite many self-doubts that I still daily have (which at times, we probably all have) because I know, that there is a place, a time frame in my day, where it’s okay to feel strong, proud and confident. Where I am allowed to feel that way. Without shame or regret.

Life is too short for regret and doubt and considerations about what the world might think of you. If there is a place, that feels right and good to you, where you can be YOU, hold onto it. Enjoy every bit of it. And BE PROUD OF IT.

Marie ♥

 

13 thoughts on “State of Mind | 2014 to now: Wie Krafttraining mich mental verändert hat

  1. Hallo Marie, sehr schön geschrieben 🙂 und ich bin gespannt auf die naechsten Artikel!

    Mach weiter so und viel Glück !

    Gruß Marco

  2. Hey Marie,

    ich bin total sprachlos über deinen Weg, und auch super stolz auf dich, obwohl wir uns ewig nicht gesehen und gesprochen haben und ich sicherlich nicht guten Gewissens behaupten kann, dich gut zu kennen. Aber dennoch bekam ich mit, woher du kommst, was dein körperlicher Ausgangspunkt war. Und als ich heute deine Bilder auf Instagram gesehen habe, habe ich mich einfach mega für dich gefreut! Total toll, dass du den Kraftsport für dich entdeckt hast. Mein Weg war andersherum, ich habe mit Krafttraining Gewicht verloren, da es viel Fett zum Abbauen gab. Dennoch unterschreibe ich deine Erkenntnisse, was Krafttraining mit einem macht (auch wenn ich es nicht so weit trieb wie du und nun eher mit bodyweight HITT unterwegs bin). Deine Bilder heute zu sehen und zu lesen, wie viel besser es dir geht, macht mich irgendwie einfach nur glücklich 🙂 Auch wenn wir uns aus den Augen verloren habe.

    Danke für den Text und viel Erfolg mit deinem Blog!

    Beste Grüße
    Jana

    1. Liebe Jana, einen Riesen großen Dank für deine lieben Worte <3
      They made my day, honestly!! Ja, es war tatsächlich ein sehr sehr langer, steiniger Weg, der es heute immer noch ist, aber ein anderes, viel viel positiveres mind set kann einem einfach schon mal so viel bringen und helfen in die richtige Richtung zu gehen.
      Also wirklich, GROßEN DANK und hoffentlich bis ganz bald mal 🙂
      XO Marie

  3. STRONG GIRL! Du hast allen Grund, stolz und selbstbewusst zu sein – und dass du stark bist, naja, daran besteht kein Zweifel!
    You know I love you.
    XO

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